Es gibt sie noch. Die englische Art. Und wo besser könnte sie ihren Ort haben als auf einem Mix der Fabric-Serie, in deren Rahmen man ja eigentlich so gut wie nie enttäuscht wird. Aber auch wenn so ein Damian-Lazarus-Set auf Fabric im ersten Moment den Anschein eines Heimspiels vermittelt, den Druck auf seinen Schultern, den hat er gespürt. Zu sorgsam selektiert präsentiert sich diese Auswahl wirklich durch die Bank exzellenter Stücke, die in ihrer Heterogenität erstaunen und doch größtenteils recht smooth ineinanderlaufen. Bereits die Einleitung ist unter dramaturgischen Gesichtspunkten ganz große Kunst. Ryan Crosson als ambientöses Intro, in dessen Ruhe der unverwechselbare Beat von Four Tets „Love Cry“ bricht, nur um über die futuristisch-fantastische Vertracktheit des Appleblim-&-Ramadanman Tracks und das unterdrückte Rave-Begehren Claude von Strokes bei der enthobenen Selbstvergessenheit von Swayzaks „Ping Pong“ zu landen. Bereits hier mag man dem Crosstown-Rebels-Betreiber die Hand schütteln und ihm einen Orden anstecken. Da ist schließlich jetzt schon so viel Gutes passiert: Pop, Verzweiflung, Liebe. Doch Lazarus will die Vielfalt, zieht die Bremse langsam an und wandert rüber zu Deephouse (Soul Clap, Deetron), dann zum beschwörenden Percussiongroove von Soul Kelta & Nicolas Jaar (klar, der muss auch dabei sein) und wieder zurück zur schimmernden Akustikgitarren-Electronica von Bill Holt. Ein Mix voller Brüche und Überraschungen. Jeder Track in sich speziell. Vorbehaltlos empfohlen.

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