Schon in den Siebzigern begann der heute 53-jährige Krivit mit der DJ-Karriere, woraus sich auch die Bekanntschaften mit einigen der berühmtesten Big-Apple-DJs entwickelten, mit Nicky Siano aus der Gallery, Walter Gibbons aus dem Galaxy 21 und Davpop Mancuso aus dem Loft. Auch seine langjährige Freundschaft mit Larry Levan und François Kevorkian resultiert aus dieser Zeit. In den Achtzigern war Danny Krivit einer der Hardest Working Men hinter den Plattenspielern. Bis zu sieben Mal die Woche ließ er im Laces oder im Roxy die Teller rotieren, wobei seine unkonventionelle Scratch- und Mix-Technik ihm zuweilen den Namen „Danny Rock“ verlieh. Aus dieser Zeit resultierten auch seine ersten eigenen Produktionen, deren Blüte man jetzt zum zweiten Mal auf Strut bestaunen kann. Krivit fertigte seine (Re-)Edits meist aus eigenen verlängerten Loops, perkussiven Zwischenparts und instrumentalen oder repetitiven Strukturen. Vielfach entstand dadurch ein komplett anderer Song, seine Handschrift und sein Markenzeichen, wie etwa in seiner Breakdown-Version zu Marvin Gayes „I Want You“ oder dem Instrumental zu René & Angelas „I Love You More“. Ebenso rar wie vergriffen. Seit 2002 lässt Krivit bei seinen „Boby & Soul“-Partys mit Joe Claussell den alten Geist vielfach auferstehen. Allerdings stammen diese zehn Bearbeitungen von Stücken von Rare Pleasure, Blue Moderne oder Patrice Rushen eindeutig aus der guten alten Zeit. Die discopopen Nachwirkungen dieses Sommers machen es allerdings möglich, dass man diesen frühen Mr. K wunderbar in aktuelle DJ-Sets einflechten kann.

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