Im Schatten der Kölner Zoobrücke gedeiht ein fragiles subkulturelles popyll. Eine der erfreulichsten Früchte dieses selbstgeschreinerten Umfelds im Mülheimer Hafen ist das Label Magazine und die assoziierte Krautelektronik-All-Star-Combo Cologne Tape. Auch Jens-Uwe Beyer, besser bekannt als Techno-Auteur Popnoname, lebt und arbeitet hier. Drums Off Chaos, ein seit dreißig Jahren bestehendes Percussion-Improvisationskollektiv mit durchaus prominenter Besetzung wie Jaki Liebezeit von Can und Reiner Linke von Dunkelziffer, waren und sind gern gesehene Gäste auf den Partys, Ausstellungen und politischen Veranstaltungen im Hafen. Eine Kollaboration lag also nahe. Was live gut erprobt ist, führte nun zu einem Album, auf dem die Beteiligten jeweils ihr Ding durchziehen: Beyer sorgt für eine Basis schwebender bis technopoper Känge, wie sie von seinen Beiträgen für die <i>Pop-Ambient</i>-Reihe auf Kompakt bekannt sind, und Drums Off Chaos improvisieren darüber ihr repetitiv-tribales Getrommel. Das Erstaunliche und Wunderbare an den vier langen Tracks, die so entstanden sind, ist wie sich diese nicht besonders kompatiblen Klänge zu einer so organischen wie logischen Einheit fügen. Ein einzigartiger Sound, ein Generationen und Weltsichten umspannendes Gemeinschaftswerk, das Hoffnung macht und eine zarte Ahnung der Möglichkeit einer besseren Welt, eines besseren Lebens vermittelt.

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