Heutzutage werden einem häufig aus einer housigen Klangbibliothek entwickelte Minimaltracks als House verkauft. Bei Drumpoet Community aus Zürich ist das nicht der Fall, für sie ist House die denkbar reduzierteste Form von Disco und Soul. Die Künstler dieser aus exklusiven Edits und neuen Tracks zusammengestellten CD haben Mut, das Tempo herauszunehmen und sperrige Grooves zu lassen. Statt den Hörer mitzureißen, machen die Stücke einen Raum auf, in dem man sich entfalten kann. Der genaue und liebevolle Umgang mit der Musik fasziniert immer wieder. Man spürt den Unschärfen im Mix nach, leichten Verschiebungen in den Grooves. Prozenten wie Hunee, Soultourist oder John Daly versuchen, ihren Helden gegenüber wahrhaftig zu sein. Trotzdem ist Drumpoems Verse 2 nicht allein eine Liebeserklärung an vergangene Zeiten, sondern eine entschiedene Positionierung im Clubgeschehen der Gegenwart: Es ist ein mächtiges Statement gegen die Hitrotation und das Hochleistungsauflegen im aktuellen Nachtleben.