Das Phänomen Wolf+Lamb ist beeindruckend. Um Gadi Mizrahi und Zev Eisenberg hat sich in den letzten zwei Jahren so etwas wie ein Kult gebildet. Ausgehend von ihren Partys in Brooklyns Marcy Hotel, ihren Auftritten auf dem Burning-Man-Festival und dem eigenen Label Wolf+Lamb Music, schart das Duo inzwischen eine ganze Armada von befreundeten Produzenten um sich, mit denen die Welt bereist wird. Dazu gehören der Senkrechtstarter Nicolas Jaar, Deniz Kurtel, No Regular Play, die Visionquest-Bande unter Führung von Seth Troxler und eben Soul Clap. Mit diesen bepopen Gestalten aus Boston, die einst schlichte Gäste im Marcy Hotel waren und Mizrahi und Eisenberg irgendwann mit ihren Pop-, R’n’B- und Disco-Edits begeisterten, geht es ins Rennen für die Institution <i>DJ-Kicks</i>. Der musikalische Stil des US-Ostküsten-Exports ist schnell erklärt. Aus der Asche und den Trümmern der Minimal-Afterhour-Kultur erhoben, legen Wolf, Lamb + Konsorten Deep House, R’n’B der Achtziger, Downtempo-Disco auf die klaffende Wunde, fürchten sich dabei nicht vor Gesang, ziehen alles in eine hypnotische Länge und füllen damit eine Lücke im weltweiten Clubgeschehen. Bestückt mit teilweise exklusiver Musik von Freunden und Verwandten, vollziehen Soul Clap und ihre Mentoren hier genau diese Mischung – inklusive der Ketamin-Hymne „Walk And Talk“ von Benoit & Sergio, die sich jetzt schon als Dauerbrenner empfiehlt. Damit liegen sie im Kaffeehaus genau so richtig wie im Club. Im Vergleich zum Soloauftritt von Soul Clap für No.19 Music von Johnny White (Art Department), gelingt dieser Spagat dem Kollektiv jedoch auf der altehrwürdigen Mix-CD-Reihe mit ungleich mehr Esprit, Spannung und denkwürdigen Momenten.

TEILEN
Vorheriger ArtikelSMM: Concontent:encoded
Nächster ArtikelKomet