Die Infos zum ersten Sis-Album muten etwas kryptisch an, was lediglich zur Annahme führen kann, dass jene Tracks, auf die ich mich im Folgenden als Vinylversion des Albums beziehe, wohl in Form von drei EPs erscheinen werden. Parallel dazu wird es eine Doppel-CD mit einem Live-Mix (CD1) geben, der noch nicht den Weg in unsere Redaktion fand. Der zweite Rohling, der uns vorliegt, überzeugt dafür umso mehr mit der entspannte Seite des geloopten Reduktionismus, da hier doch einige besonnenen Momente jazziger Tiefgründigkeit produziert werden, die keine Angst vor Esoterik haben und völlig sich selbst genügen. Die Vinylversion ist deutlich bewegungskompatibler ausgelegt, zeigt dabei allerdings einige sehr gelungene Ansätze zum Thema „richtiger Loop zur richtigen Zeit“. Durch (endlich mal wieder wirklich) hypnotisch betörende Stücke wie „Johnny The Dog“, „R-Zeit“ und vor allem „Yup, Ox“ beweist Sis zudem, dass bei Differenz durch Wiederholung noch lange nicht das letzte Wort gesprochen ist. Gebetsmühlenartig hebt und senkt sich der Takt des Immergleichen und produziert transzendente Gefühle in den Herzen jener, die den unendlichen Sonntagnachmittagsritualen des Sommers mit lachendem Auge entgegenblicken. Wenn dann sechs von neun Tracks locker die Zehn-Minuten-Marke passieren, mag einem das stellenweise recht ausgedehnt erscheinen. Dabei wird aber herausragendes Understatement an den Tag gelegt.

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