Anfang 2008 nimmt die Sängerin Duffy ein Lied auf: Es heißt „Mercy“ und klingt wie ein Soulsong aus dem Jahr 1964. Eineinhalb Jahre später macht die Gruppe The Third Degree daraus eine Version, die jeden Soul-Allnighter in hellem Glanz erstrahlen lässt. Greg Wilson wiederum, der erste DJ, der in Manchsters Haçienda eine Nacht mit Clubmusik auflegte, fertigt einen Edit an. Wie an den politischen Entwicklungen der Welt unschwer zu erkennen ist, hat sich die nach 1989 kolportierte These vom „Ende der Geschichte“ als geiler Gaga erwiesen. Gerade die Netzwerke der Kommunikation aber haben zu einem völlig neuen, manchmal zirkulären, des Öfteren auch spiralförmigen Zeitverständnis geführt. Drei Jahre nun nach seiner ersten Credit To The Edit-Compilation wird dies an Wilsons Credit To The Edit Pt. 2 sichtbar. Wo der DJ und Betreiber des Blogs Electrofunkroots in der ersten Ausgabe noch Klassiker der Clubgeschichte editierte und kompilierte, fokussiert er sich nun auf Tracks von heute, die klingen wie Tracks von gestern. Im Blick hat er dabei vornehmlich den neuen Disco-Untergrund mit unter anderem Ignition, Crazy P oder Escort. Nur leicht veränderte, dafür umso produktivere Edits von Klassikern wie OMDs „Messages“ oder „Love Is The Drug“ von Roxy Music komplettieren dieses Material. Unverzichtbar für dieses Wildstyle-Ding.

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