Der Electro-/Technobass-Untergrund lebt, und das auch jenseits alteingesessener Kräfte wie der Bunker-Crew aus Den Haag. Eins der neueren Labels, gegründet wurde es vor vier Jahren, ist Solar One Music aus Deutschland. Das Label umgibt sich gern mit einer Aura des Geheimnisvollen. Doch so viel sei hier verraten: Sämtliche Spuren führen nach Jena. Die Veröffentlichungen auf Solar One Music sind allesamt limitiert auf hundert Stück, so auch dieses Splitalbum von AS1 und The Exaltics. Hinter letzterem Namen verbirgt sich einer der Macher des Labels, der andere nennt sich kurz und prägnant Crotaphytus. Seitdem das Label auch über den digitalen Vertriebsweg veröffentlicht, ist die Beschaffungslage nicht mehr gar so prekär.<br/><br/>
Die erste CD dieses Split-Longplayers kommt von AS1. Der heißt im wahren Leben Arnold Steiner und lebt in Miami, wo er das Label Transient Force betreibt. Ganz in der Tradition seiner Heimatstadt lässt er gleich im ersten Track, „UFO Gathering“, die 808-Bassdrum tanzen. Dennoch ist <i>Code Reference</i> keine bloße Replik auf Miami-Bass oder Acts wie Dynamix II. AS1 beherrscht die ganze Klaviatur der verschiedenen Electro-Spielarten, gern auch mal mit fiesen Sägezähnen bewaffnet. Streckenweise wirkt sein Album genau aus diesem Grund ein wenig beliebig. Am Ende gleichen veritable Hits wie „Robot Sex Freak“ dieses Manko jedoch aus.<br/><br/>
Hinter The Exaltics verbirgt sich Robert Witschakowski aus Jena. Gerade erst hat Bunker zwei LPs von ihm veröffentlicht. Die kurz darauf folgende Veröffentlichung seiner CD <i>The Freefall</i> legt nahe, dass sich bei dem Mann in den vergangenen Jahren so einiges an Tracks angesammelt hat. Bislang war sein Veröffentlichungsrhythmus nämlich eher beschaulich. Die Stücke von The Exaltics fühlen sich klassischstem Electro verpflichtet. Witschakowski zieht auch gern mal das Tempo ordentlich an. Wer den Detroiter Electrosound zwischen Aux-88 und Dopplereffekt oder die Platten auf Bunker mag, wird hier definitiv glücklich. Was <i>The Freefall</i> gegenüber <i>Code Reference</i> von AS1 auszeichnet, ist eine klare Handschrift. Keine der zehn Nummern des Albums fällt ab.