Folk und Jazz, gebrochene Beats und digitale Glitches sind schon länger Signaturen des Compost-Sounds. Marbert Rocel arbeiten mit genau diesen Zutaten und klingen doch anders als andere Compost-Künstler. Sie sind weniger Dance und mehr Pop. Der Song steht im Vordergrund, ohne dass der Beat vernachlässigt wird. Alles ist aufeinander abgestimmt, nichts drängt sich nach vorn. Mit Spunk haben DJ Malik und Panthera die popeale Sängerin gefunden. Sie ist ausdrucksstark und wiedererkennbar, dominiert die Stücke aber nicht. Die Songs auf Catch A Bird sind tanzbar, ohne offensichtlich auf die Tanzfläche zu zielen. Mehr Wumms würde die perfekte Balance zerstören, würde den Liedern die Leichtigkeit nehmen. Man könnte Marbert Rocel bei oberflächlichem Hören für belanglos halten. Aber dann nimmt man all die kleinen Raffinessen war – die geloopte Klarinette, das scheinbar beiläufig eingestreute Akkordeon, die wie in einem Schuhkarton aufgenommene akustische Gitarre –, die nie zu einem überladenen Sound führen, und man erkennt: Leichtigkeit herzustellen ist gar nicht so leicht.

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