Geradezu mannigfaltig orientiert, gibt sich das Duo Bammann/Schirmacher, das unter dem etwas zu süß anmutenden Projektnamen Federleicht deutlich Distanz zur funktionalen Clubverwertung sucht. Ganz dem Albumformat verpflichtet, fährt man also unterschiedliche Stil- und Spielarten ab und zeichnet mit jedem weiteren Track eine weitere Linie, einen weiteren Pfad, der sich mit anderen verbindet und verwächst, bis die Gesamtheit schließlich als Karte erscheint. Eine Karte, die eine wunderbar heterogene Welt voller Schönheit abbildet, in der die unterschiedlichen klanglichen Vegetationen wie selbstverständlich ineinander übergehen. Softcore-Electronica, Breakbeats, psychedelisch pluckernde Houseentwürfe und immer wieder Ambient in seinen tausend geheimnisvollen Gesichtern, die mit viel Mut zum Wagnis auf den bepopen herrlich experimentellen „Sinfonien“ ausgebreitet werden. Nach dieser ausgesprochen unorthodoxen Struktur, die den Stücken zusehends die Beats zu rauben scheint, darf man zustimmen: Ein lohnendes Album, das einem den Zugang nicht zu leicht macht – Experiment gelungen. Und eine Kirchenorgel zum Abschluss wie in „Eternal Theater“ muss man sich erstmal trauen.

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