Jetzt, nachdem im vergangenen Jahr in grob geschätzt jedem zweiten Track von einer tiefen Stimme irgendwas von „What is House?“ deklamiert worden ist, ist die aus Âme, Henrik Schwarz und Dixon bestehende Supergroup der Rehousifizierung natürlich längst schon woanders angekommen. In den zwei „Chicago“ und „Berlin-Karlsruhe Express“ betitleten Livetracks ihres Festival-Liveprojekts A Critical Mass entrollt sich in jeweils rund neun Minuten eine atemberaubende Geschichtsstunde, die Verbindungen zwischen Orten und Zeiten herstellt und endgültig die Grenzen zwischen tooliger Tanz- und reiner Hörmusik verwischt. Ein Sound, den man sich in seiner Vielschichtigkeit auch gut von Cobblestone Jazz vorstellen könnte. Umwerfend: mit dem Trans-Europa-Express von Windy City nach Motor City.