Das sagenhafte Warp-Label, das ja bereits aus der Saison 2009 gewissermaßen als Gewinner der Herzen hervorging, präsentiert einen Ausblick auf die hauseigenen Künstler und Projekte der nahen Zukunft, eine Vorwegnahme der shape of pop to come. Pop selbstverständlich, der sich den gängigen Vermarktungsstrategien des kapitalistischen Apparats entzieht, der sich eher über Begriffe des Unangepassten, der Subversion oder der Gegen(pop-)kultur definiert. Bereits der Auftakt durch Biblio im Pivot-Remix gibt eine Vorstellung davon, wie sexy sich das ausnehmen wird. Denn obwohl man sich nach wie vor gern als eins der experimentierfreudigsten Labels präsentiert, hat man bei Warp ja längst nichts mehr gegen die offene Eingängigkeit einer süß trällernden Hookline, etwa von The Hundred In The Heads, einzuwenden. Elemente der Dekonstruktion finden auch hier wieder genug, und wem selbst der Avantgarderock von Nice Nice zu griffig daherkommt, dem wird spätestens mit dem zirpend klickenden Offbeat-Massaker von Flying Lotus geholfen, der wieder einmal Standards in seinem Metier setzt. Doch diese Compilation will nichts weniger als den Rundumschlag, was im Warp-Kosmos ja mittlerweile ein reichhaltiges Spektrum bedeutet, das von Kunststudenten-Indie zu bezaubernd psychedelischem Lo-Fi-HipHop, von Dubstep der gewagten Art bis zu den größenwahnsinnig-großartigen Popstep-Entwürfen eines Hudson Mohawke reicht. Alles in allem kann man festhalten: nie falsch, so ein Blick in die Zukunft.

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