Diese Stimme! Wie oft hatte man sich gewünscht, sie möge mehr singen. Aber sie wollte nicht. Der Weg wäre ihr zu einfach gewesen: blond, hübsch, Frau, die muss natürlich wenigstens singen, wenn sie schon elektronische Musik produziert. Aus dieser, natürlich nachvollziehbaren, Gedankenschleife hat sich Michaela Dippel alias Ada jetzt befreit. Und singt endlich wieder! Sie hat ein paar Jahre dafür gebraucht, sieben, um genau zu sein, denn so lange ist es her, dass ihr Debütalbum Blondie erschien. Für das wohl halb augenzwinkernd, halb rätselhaft betitlete Meine zarten Pfoten hat sie sich aber noch von einigem anderen Ballast befreit: dem Dancefloor-Diktat etwa oder unnützen Genreformatierungen. Statt Techno spielt Ada hier und jetzt nämlich luftig leichte, freie, fast gänzlich untanzbare Folk-Electronica, irgendwo zwischen der Knuddeligkeit von rührigen Labels wie Pingipung und selbstvergessen schwebendem Pop-Ambient à la Kaito. Damit entwickelt sich DJ Kozes Pampa-Label weiter zu einer Erholungsstätte für Künstler, die unter innerem oder äußerem Erwartungsdruck litten, siehe auch Isolée oder Robag Wruhme. In Kosis zärtlichen Armen kann man sich halt wirklich frei fühlen.