Auch der ehemalige Skull-Disco-Chef hat sich, wie etwa Ricardo Villalobos, dazu entschieden, bei seinem Fabric-Mix Kohärenz in der Sound-Ästhetik zu garantieren, indem ausschließlich eigenes Material aufgefahren wird. Dafür hat er im Studio ein Live-Set eingespielt, wie er es auch im Club machen würde. Anders als etwa bei Villalobos handelt es sich allerdings bei der vorliegenden Auswahl nicht ausschließlich um exklusives Material, es finden sich auch allerlei bereits bekannte Nummern wie etwa der gerade auf Shackletons frisch gegründetem Label Woe To The Septic Heart – was für ein großartiger Name, was für surreale Tracks! – erschienene Zweiteiler „Man On A Stringg oder einige Stücke von der nach wie vor unfassbaren Triple-EP auf Perlon. Trotzdem, die bislang unveröffentlichten Nummern (inklusive Interludes) überwiegen deutlich und generieren in Kombination mit bereits Bekanntem und Liebgewonnenem eine äußerst hörenswerte Reise in die bass- und nebelverhangenen Tiefen des Unbewussten eines Ausnahmeproduzenten. Trippige Spannungsbögen, vollgepackt mit wahnwitzigen Samples, komplex arrangierte Percussions, die kafkaesk verschachtelte Fluchtlinien ins Dunkel werfen, verloren im dicht bewaldeten Grenzgebiet zwischen Dubstep und Techno. Was der Psychiater daraus machen würde? Man weiß es nicht. Nietzsche hat einmal gesagt: „Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“ Nach dieser atmosphärisch unglaublich dicht gewobenen Reise ins Herz der Finsternis, die zusehends an Fahrtwind und Spannung gewinnt, weiß man, wie gut sich so etwas anfühlen kann.