Fünf Typen in Mönchs-Kutten, unter der Kapuze, da wo das Gesicht sein sollte, flickern die Diskolichter. Als Tom „Squarepusher“ Jenkinson vor kurzem mit seinem neuen Projekt Shobaleader One die „Cryptic Motion“-EP bei Ed Banger veröffentlichte, da war die Verwirrung nicht unbedingt klein: Ein Warp-Künstler und die erste Adresse für französisches Nu-Rave-Rabaukentum, wie sollte das zusammengehen? Shobaleader One ist eine von Squarepusher angeführte, mysteriöse fünfköpfige Band – so lautet jedenfalls die offizielle Information. Ob das Ganze nicht doch wieder ein Solounternehmen von Jenkinson ist, bleibt im Dunkeln. Die „Band“ hat jedenfalls einige der augenscheinlichsten Charakteristika von Ed Banger und deren unmittelbarem Umfeld absorbiert, feingehäckselt und durch den Subtilitätsschredder gedreht. Das Debütalbum erscheint jetzt wieder beim angestammten Heimathafen Warp. Das ironisch ausgestellte Sciencefiction-Faible und die Freude am Robofunk, das Kokettieren mit Metalklischees, Vocodergesänge aus fernen Universen, die Übersetzung von Rockattitüde in Elektronik: Aus dieser Platte sprechen Daft Punk, eine filigranere, abgefuckte Version von Chromeo oder der Doomdisco von Chrome Hoof zu uns. Wo aber sonst oft die Freude am Spaß und der reine Feierwille zu deutlich dominieren, setzt Squarepusher hier Richtung Abstraktion arbeitende Akzente gegen die ihm eigene nervöse Zappeligkeit, die unter dem großen Gott Jazz dienen. Das Ergebnis ist verstolperter Future-R’n’B, eleganter Progboogie. Party und Experiment in funkelnder Balance.