Ricardo Villalobos remixt Dieter Moebius – wurde ja auch mal Zeit, denn bereits ältere Villalobos-Stücke wie „Sieso“ von 2005 erinnerten streckenweise an Cluster-Klassiker wie „Großes Wasser“ von 1979. Und auch wenn man sich zum jüngst neuveröffentlichten 22-Minuten-Track „Doppelschnitt“, den der Experimentalelektroniker Moebius 1984 mit Gerd Beerbohm produzierte, treiben lässt, fühlt man sich in den verdrehten Rhythmus-Orbit des Deutsch-Chilenen Villalobos versetzt. Was beide Produzenten in jedem Fall eint, ist ihre unverschämt ungenierte Art, eigenständige Musik aus einem Bauchgefühl heraus zu arrangieren. Villalobos’ Neubearbeitung des 2007 veröffentlichten Moebius-&-Neumeier-Stücks „Mango Solo“ erreicht mal wieder 33 Minuten, blubbert mäandernd um einen Beat und dehnt sich episch und psychedelisch aus. Der zweite Remix kommt von Krautwikinger Prins Thomas. Der scheint augenblicklich Acid zu schätzen und hat damit die Synthesizer-Sägezähne gepimpt, während er die Vorlage rhythmisch zur peitschenden Post-Krautdisco ummoduliert und mit viel Funk wendige Haken schlägt.