Süßer Vogel Jugend. Lone gehört zu der Riege jener jungen britischen Produzenten, die den Summer of Love im Kindergarten verbrachten und deren Interesse an – wohlgemerkt: – britischem Rave und klassischem House oder Techno durch die Aufweichung von Dubstep (oder wie zur Hölle man das gerade nennt, was aus dem Vereinigten Königreich an Bassmusik herüber schwappt) entstanden ist. Lone ist in dieser Hinsicht einer der smartesten Vertreter. Seine 10-Inch „Pineapple Crush“ war bereits der Vorbote seines Enthusiasmus für überbordende Gefühlsausbrüche, das Minialbum Emerald Fantasy Tracks besorgt nun den Rest. Vielleicht geboren aus einer gewissen Traurigkeit, die großen Unschuldsmomente britischer Ravemusik nur aus der Retrospektive zu kennen, lebt Lone von dem Glücksfall, dabei einen eigenen Pinselschwung zu haben. Detroit Techno, 808 State, Black Dog, Network Records, Warp und wie sie alle heißen, blinzeln hier zwar hinter den Gardinen, aber einerseits klingt Lone nie wie eine dröge Musterschülerkopie seiner Vorbilder, noch wie ein missglücktes Experiment. Selbst die relative Gleichförmigkeit im Sound-Gebilde stört nicht. Emerald Fantasy Tracks fühlt sich mit all seinen Bleeps, Clonks und Rave-Signalen einfach gut an. Strawberry Fields forever!