Für die Compilation zum fünften Geburtstag des Labels haben Ostgut-Ton-Manager Nick Höppner und die Ninja-Tune-Künstlerin Emika die schon oft gedroppte These, dass die Architektur und Gestaltung des Clubs die dort gespielte und im Umfeld produzierte Musik maßgeblich mitbestimme, wörtlich genommen. Außerhalb des Partybetriebs nahm Emika in dem Gebäude mehr als vier Gigabyte an Fieldrecordings auf: Sie sammelte die verschiedenen Raumklänge und das Surren und Summen von Kühlanlagen, Lichtern und Verstärkern. Dieses Material wurde den Ostgut-Ton-Künstlern und einigen im Club aktiven Musikern zur Verfügung gestellt, um daraus Tracks zu entwickeln. In den verschiedenen Stücken kommen die Aufnahmen unterschiedlich stark zum Tragen. Trotzdem meint man, in den 25 Tracks der 24 Musiker bestimmten Klänge und Klangfarben immer wieder zu hören. Am faszinierendsten sind die Stücke, die die Aufnahmen nicht nur als Atmosphären einsetzen, sondern ihnen einen Groove, eine Dynamik abtrotzen. In Tama Sumos „Iron Glance“ spürt man, wie die Geräusche dagegen ankämpfen, sich zu verflüssigen. Der schwere Funk von Prosumers „Daybreak“ wird von einem irrwitzigen Quietschen aus den Angeln gehoben. Die dronige Klanglandschaft von Marcel Dettmanns „Shelter“ an der Grenze zur Konturlosigkeit ist ebenso packend wie der Betongroove seines „Scuorer“. Substance setzt die schroffen Sounds in Bewegung, indem er die einzelnen Klänge gegeneinander verschränkt. Und bei Luke Slater schlägt wieder Elektrizität aus dem alten Kraftwerk.