Clubmusik, die auf rein akustischem Instrumentarium erzeugt wird, hat in Technokreisen oftmals ein Legitimitätsproblem, auch wenn dies über neue Formen der Klassikadaption mittlerweile etwas abgemildert erscheint. Das liegt oftmals an einer – etwas übertriebenen – Konzentration auf Technologie sowie einer Aversion gegen Jazz im Speziellen und Muckertum im Allgemeinen, könnte man annehmen. Wenn dem so wäre, ist dies nun wieder so eine Platte, die Grenzen einreißen und viele unterschwellige Komplexe heilen könnte wie die Human-Beatbox von Matias Aguayo im vergangenen Jahr. Denn Brandt Brauer Frick sind organisch, aber nicht warm oder gar jazzig downbeatig, sondern eher kühl und zurückgenommen. Herrlich abstrakt trotz des akustischen Backgrounds. Wie soll das denn gehen? Ganz einfach durch Geschwindigkeit einerseits oder viel Perkussion andererseits, die dann ganz natürlich tranceartige Stimmungen erzeugen kann. Herrlich beatbetont trotz melodischer Ausrichtung. Das ist der Grundtenor von Daniel Brandt, Jan Brauer und Paul Frick. Sie interessieren sich halt nicht so für die epischen Orchesterklänge, sondern für die „dreckigen und perkussiven Seiten dieser Instrumente“.