Die Bezeichnung „Supergroup“ ist im Fall von Magnetic Man ausnahmsweise mal nicht übertrieben. Mit Skream und Benga gehören der Gruppe zwei der wichtigsten Dubstep-Produzenten an, der dritte Mann ist ihr ehemaliger Mentor Arthur Smith, der mit diversen Projekten wie Artwork, Grain, Menta oder D’n’D schon auf eine immens einflussreiche Karriere zurückblicken kann. Doch trotz des geballten kreativen Potenzials des Trios hinterlässt das gemeinsame Album – das den ersten Versuch eines Majorlabels darstellt, aus Dubstep Kapital zu schlagen – gemischte Gefühle. So liefert die Gruppe mit Stücken wie „I Need Air“ und „Perfect Stranger“ gut gemachte und massentaugliche Pophits ab und erfüllt somit garantiert die Forderungen des Labels nach maximaler kommerzieller Verwertbarkeit. Die Chance, einem größeren Publikum darüber hinaus auch die Vielseitigkeit des Genres Dubstep zu vermitteln, lässt das Trio aber ungenutzt verstreichen. Neben den potenziellen Singleauskoppelungen klingen die meisten Tracks wie wenig inspirierte Auftragsarbeiten. Nur selten, wie bei dem leichtfüßig hüpfenden Track „Ping Pong“, blitzt durch, dass Magnetic Man noch viel mehr können als Wobble-Abfahrt oder bombastischen Trancestep. Dennoch ist den dreien der – zumindest in Großbritannien – erwartbare Erfolg zu gönnen. Wer aber eleganten und intelligenten Dubstep-Pop hören will, ist mit Skreams gerade erschienenem zweitem Soloalbum hundert Mal besser bedient.