Vom einstigen Dubstep-Wunderkind hat sich Skream längst in die erste Festival-DJ-Liga hochgespielt. Doch dass der Ehrgeiz des 24-jährigen Londoners damit noch lange nicht gestillt ist, beweist sein zweites Album Outside The Box, das einem Frontalangriff auf die Popcharts gleicht. Alle, die auf aggressive Abrissmucke hoffen, wie sie Skream oft in seinen DJ-Sets spielt, sollten darum die Finger von dieser CD lassen: Sie kommen höchstens beim brutalen Metalstep von „Wibbler“ auf ihre Kosten. Obwohl Skream das Wort „Pop“ bei dieser Platte in grell leuchtenden Großbuchstaben schreibt, reißt er dennoch die Brücken zum Dubstep-Untergrund nicht völlig ein. Auch bei Songs wie „How Real“ mit der Sängerin Freckles oder „Where You Should Be“ mit Sam Frank, die mit Trancemelodien und ausuferndem Autotune-Einsatz an Mainstream-Dance andocken, bildet der abgrundtiefe Bass noch immer ein erdendes Gegengewicht. Zudem zeigt Skream mit Stücken wie dem Halfstep-D’n’B von „Reflections“ oder dem düster abstrakten „Metamorphosis“, dass ihn der Mut zum Experiment nicht verlassen hat. Diese Vielseitigkeit und die gelungene Balance zwischen Pop und Avantgarde sind die Hauptgründe, warum Outside The Box den bisher überzeugendsten Versuch darstellt, Dubstep einem größeren Publikum nahezubringen.