Dank seiner von der Klassik beeinflussten Beiträge auf den letzten bepopen Pop Ambient-Editionen wurde der Dortmunder Musiker und Kulturaktivist Martin Juhls endlich auch einem Publikum jenseits der nerdig vernetzten Ambientwissenschaft bekannt. Bereits vor mehr als sechs Jahren hat er unter dem Pseudonym Marsen Jules auf dem Netlabel Autoplate zwei Alben veröffentlich, deren langgezogene Akkorde äußerst elegant die Zeit einfrieren. Nun veröffentlichte er sein zweites Album Yara auf seinem eigenen, neu gegründeten Label Oktaf noch einmal und bindet zusätzlich zwei unveröffentlichte Tracks in die räumlich nie überlastete Atmosphäre ein. Jene lässt einem viel Platz für individuelle Imaginationen und beschwört das Gefühl herauf, man sei nicht Hörer sondern Teil des sphärischen Fließ-Gleichgewichts. Seine geloopten Kollagen, in deren Tiefe dezent geklopfte Percussions und melodische Harfenklänge schweben, vibrieren ätherisch und verkommen dabei nie zur Hintergrund-Musik. Mit fröhlichem Ambient hat Marsen Jules allerdings nichts gemein. Die sanfte Magie seiner Arrangements lebt von einer mysteriösen Melancholie, in deren gespenstischer Dunkelheit nur gelegentlich Lichtblitze aufflackern.