Raz Ohara And The Odd Orchestra überraschen mit ihrem zweiten Album für Get Physical, auf dem sie dieses Mal wesentlich sommerlicher und luftiger daherkommen als noch auf dem wunderbar schmachtenden Vorgänger. Neben dem Gitarristen Tom Krimi ist der grandiose Oliver Doerell – bekannt und hoch geschätzt für seine Taten als SWOD oder Dictaphone – wieder mit von der Partie, um gemeinsam unaufgeregte Kleinode aus Folk, Soul, Jazz und elektronischer Spielfreude entstehen zu lassen, die es sich irgendwo in der Grauzone zwischen Improvisation und Songwriting bequem machen. Klar, Oharas Stimme bildet nach wie vor den Fixpunkt, aber gänzlich ohne dabei das Fundament aus schüchternen Beats, Gitarre und Streichern zu überstrahlen. Während das Album, schlicht II betitlet, mal überraschend funky und poppig, wie zum Beispiel bei dem tollen „The Burning (Desire)“, mal verspielt experimentell daherkommt wie bei dem improvisiert jazzigen „Kingdom“, zeichnen sich doch alle Stücke durch eine ungewohnt entspannte Leichtigkeit aus, mit der einen das Album aus dem Stand um den Finger wickelt. Vielleicht nicht zuletzt deswegen ist II ein ausgesprochen gelungenes und reifes Album, das auch noch mit jedem Hören an Strahlkraft zu gewinnen scheint.