Sally Shapiro geht es auch auf ihrem zweiten Album eben nicht, wie im Titel leicht kokett angedeutet, um peinliche Lieblingsmusik oder ironisches Augenzwinkern. Sondern genau im Gegenteil tatsächlich um die echte Begeisterung für schmachtende Umhänge-Keyboard-Balladen nach Achtziger-Jahre-Bauart und für Italo-Disco, mag sie auch noch so schmalztriefend und cheesy daherkommen. Ihr vor zwei Jahren noch beim Label Diskokaine erschienenes Debütalbum trug den Titel Disco Romance, ein Titel, der auch heute noch als Losung für das Schwelgen und Gurren von Sally Shapiro herhalten darf. Mehr denn je sogar. Produzent Johan Agebjörn spannt wieder wohlig wabernde Synthie-Teppiche auf, über denen sich federnde Bassläufe und kleine Pianomelodien entfalten. Als Erfolgsrezept ist das schon gut erprobt und mutet deshalb hier und heute, da oder dort dann doch ein klitzekleines bisschen formelhaft an. Macht aber gar nix, weil es auf dieser Platte abermals eben nicht nur um das bloße Nachstellen einer Klangästhetik geht, sondern auch um Songs, richtig echte und gute. Als Verweise kann man da freilich wieder und wieder Valerie Dore, ZYX Records oder auch, Übelmeinende mögen das als negativ auslegen, den großen Popstar Sandra heraushören. Sandra, die von Sally Shapiro selbst gern als Quell der Inspiration genannt wird. Erinnert sich noch jemand an La Boum? Der erste romantisch motivierte Slow-Fox in der Klassenfahrtsdisko gehört Dir!