Es ist schon herzig, mit wieviel testosterongeladenen Selbstbewusstsein Alex „Omar“ Smith in Interviews immer wieder auf dicke Hose macht und erklärt, warum seine Musik zweifellos der seiner Kollegen vorzuziehen sei. Die er wiederum gar nicht zu kennen vorgibt. Angesprochen auf das Konzept seiner Fabric-Mix-CD, die konsequentweise nur aus eigenen Tracks besteht, diktierte er kürzlich einem Resident Advisor-Autoren ins Mikrophon: „A few assholes are talking about ‘Oh, Omar-S. He did the same thing as Ricardo Vi-vi–….’ whatever the fuck he’s called. I don’t even know who Ricardo Willalobo is. I ain’t start hearing his name till like a year ago. Who the fuck is that?” Doch im Gegesatz zu Villalobos’ Konzept, nur bis dahin unveröffentlichte Stücke für seinen Fabric-Mix zu verwenden, hat der Goldjunge aus Michigan/Detroit eine Art Portefolio seiner (tatsächlich beeindruckenden) analogen Drummachine-Kunst vorgelegt. 16 Tracks, davon vier unveröffentlicht, ein paar in leicht veränderter Version, inklusive seines Hits “Psychotic Photosynthesis”. Haben seine Tracks in voller Länge gehört oft etwas Skizzenhaftes, schält Smith in seinem Mix die jeweils prägnanten Stellen vorbildlich heraus. Nichts auf dieser CD hat etwas von der schunkeligen Selbstgefälligkeit vieler neuer Houseproduktionen, Smith ist ein Meister des Schmutzes, der Triebhaftigkeit und des simplen Wumms. Und damit erfasst er instinktiv, worum es im Nachtleben im Prinzip schon immer gegangen ist. Man kann also über ihn denken was man will: Manchmal spricht Musik mehr als tausend Worte.