Der Einfluss von Basic Channel und Rhythm & Sound auf die Musik von Stephen Hitchell bleibt wohl unbestreitbar. Auch wenn er selbst gerne behauptet, eher von Dub und Detroittechno gelernt zu haben, ist die Vorstellung, dass sich Rod Modells Deepchord, das gemeinsame Projekt Echospace oder eben auch Intrusion ohne die Schützenhilfe und Blaupausen von Mark Ernestus und Moritz von Oswald entwickelt hätten, gelinde gesagt Wunschdenken. Allein mit Paul St. Hilaire alias Tikiman zu arbeiten (hier bei dem Track „Little Angel“), spricht Bände. Zur Verteidigung und Ehrenrettung von Hitchell muss allerdings gesagt werden, dass er den eigenen Dreh gefunden hat. Zwischen hypnotischen Soundlandschaften, dem alles überlagernden Dub-Einfluss und eben der Berliner Ästhetik findet Intrusion eine warme, fast optimistische Klangfarbe, die ihm einen individuellen Wiedererkennungs-Wert verleiht. Zu den Höhepunkten gehören die auch als 12-Inch erhältlichen „Tswana“ und „Intrusion“ oder „A Night To Remember“. In voller Länge genossen am effektivsten, kann man The Seduction Of Silence durchaus ein paar Stunden am Stück ertragen. Wenn schon Epigonentum, dann doch bitte so.