Die Beat Pharmacy von Brendon Moeller schöpft schon geraume Zeit aus dem Erbe von Basic Channel, Maurizio oder Rhythm & Sound. Man ist versucht, sich jedes Mal auf die Zunge zu beißen, aber Alben wie Wikkid Times hätte es nun mal ohne die Arbeiten von Ernestus und von Oswald in dieser Form nie gegeben. Moeller besitzt aber durchaus seinen eigenen Charme. Veröffentlichungen bei Third Ear oder für das Imperium von François Kevorkian beweisen dies. Für Wikkid Times hatte sich der Südafrikaner im New Yorker Exil nun in den Kopf gesetzt, ein klassisches Protestalbum mit Reggae-Vokalisten umzusetzen. Tikiman alias Paul St. Hilaire ist mit von der Partie, Ras B, Coppa und der klingende Name The Space Ape ebenso. Man gibt sich auch große Mühe, sich nicht à la Deepchord zu sehr am Berliner Vorbild entlang zu hangeln. Paradoxerweise liegt hierin der Pudels Kern. Das Album der Beat Pharmacy verpasst den Eintrittspunkt, schrammt an der Oberfläche und ist weder so organisch wie Rhythm & Sound, noch ähnlich meditativ wie die perfekten Dubtechno-Reproduktionen von Deep- beziehungsweise Echochord. Manche der beteiligten Dub-Poeten sitzen gar auf dreibeinigen Stühlen oder machen den berühmten Schritt zu spät. Knapp vorbei ist auch daneben. Aber die nächste EP wird es sicher wieder richten.