Nach ihrem eher experimentellen Debüt Craft Sounds And Voices und dem schwitzig-kokainesken Nachfolger How To Dance präsentieren Nôze mit ihrem nunmehr dritten Album eine weitere, nichtsdestotrotz wiederum gewohnt feuchtfröhliche Seite ihres Schaffens. Abwechslungsreicher und deutlich songbasierter schafft es Songs On The Rocks, auch dem abgeklärtesten Clubbesucher ein wenig Pipi in die Augen zu treiben, was neben den umfangreichen Arrangements und den raffinierten Klaviermelodien vor allem daran liegen dürfte, dass vor dem inneren Auge des geneigten Konsumenten beim Hören der einzelnen Tracks Bilder eines Tom Waits auf anderthalb Liter Wodka erscheinen. Mit einem 50-Euro-Schein in der Nase natürlich, denn Songs On The Rocks ist trotz der nicht immer Richtung Tanzfläche schielenden Stücke natürlich immer noch ein dreckig-hedonistisches Album geworden. Und wenn die beiden uns daran erinnern, dass wir „tanzen müssen, tanzen müssen, trinken müssen, die ganze Nacht trinken müssen, um nicht zu vergessen, dass wir alle Sterne sind“, dann ist es genau die in diesen Zeilen aufscheinende Liebe zum Leben, die auch dieses Nôze-Album zu etwas ganz Besonderem macht.