Eine wunderhübsch verspulte Parallelwelt haben sich die vier Briten von Fujiya & Miyagi da zusammengebastelt. Eine Welt, in der Can, Chic, die Talking Heads und der Geist von Lena Zavaroni in Landschlössern Dinnerpartys auf Pilzen feiern. Eine sehr britische Seltsamkeit, die sich ihre Ingredienzien aus aller Welt und den vergangenen drei Dekaden zusammenholt, besonders gerne aber auf elektrischen Krautrock (eher Neu! und La Düsseldorf als Kraftwerk) und No Wave (von ESG bis Arthur Russell) zurückgreift, um damit ein pulvertrockenes Funk-Skelett zu bekleiden. Verglichen mit ihrem Debüt ist Lightbulbs noch etwas tanzbarer geworden, ohne dass Fujiya & Miyagi ihre wesensbestimmende Exzentrik zurückschrauben oder glätten mussten. Wenn aktuelle Neoretro-Hipstermusiken wie Beardo-Disco, Cosmic oder DFA-Style-Punkfunk zitiert werden, dann immer von einem assoziationsgesättigten Privathumor verfremdet und in den simplizistisch stoischen Gesamtklang der Band eingebettet. Wobei die Tanzbarkeit kein Selbstzweck ist, eher ein Beifang ihres reduzierten Sounds. Dieser Sound – neben ihrer offenkundigen britishness – unterscheidet Fujiya & Miyagi von ähnlich entdeckungsfreudigen Disco-Exploratoren wie Lindstrøm oder DJ Harvey. Und macht ihre Musik einzigartig und neu.