Danilo Plessow aus Stuttgart als Frühstarter zu umschreiben, wäre gelinde gesagt untertrieben: Schon im zarten Alter von zwölf begann er mit den ersten Tracks, lange bevor er mit Partner Joachim Tobias das Projekt Inverse Cinematics gründete. Durch seinen Schlagzeuglehrer kam er schon früh mit Jazz in Berührung, vermutlich einer der Gründe, warum wir es hier nun mit einem der ausgeschlafensten Debüts momentan im Bereich HipHop/Jazz/Elektronik zu tun haben. Von einem mittlerweile 22jährigem Jungspund, der seinen Moodymann oder DeGiorgio gelernt hat und der dementsprechend seinen Sound sowohl in Detroit als auch in London platzieren könnte. 2002 startete Plessow ziemlich furios auf Pulver mit „Slow Swing“, mittlerweile veröffentlicht er auf so renommierten Baustellen wie Four Roses Recordings oder Raw Fusion, unter anderem auch unter dem Namen Motor City Drum Ensemble, dann ungleich housiger. Eins seiner Markenzeichen ist sein Überraschungsmoment, hier kann in einem Latinbeat auch mal eine Acidline knarzen oder eine Jazz-HipHop-Fusion in eine balearische House-Nummer übergehen. Außerdem würzt er die Tracks mit Vocals, allerdings nicht in Form von Gesangsspuren, sondern vielmehr als Overvoices, Raps oder Samples. Neu ist das sicher nicht, aber es verleiht Passin’ Through eine wohltuende Lebendigkeit und verortet die Cinematics, gemeinsam mit einem anderen Talent von der Insel (Trus’me aus Manchester) als neue Verwalter der Kenny-Dixon-Jr.-Philosophie. Solange solche Platten erscheinen, muss man sich um den so genannten Freestyle keine Sorgen machen.