Zunächst wurde Samim durch gemeinsame Projekte mit Michel Ho und Jay Haze bekannt, neuerdings ist er hauptsächlich allein unterwegs. Nach diversen EPs bringt jetzt Get Physical das Debüt-Album des Produzenten heraus. Weil House-Grooves für entspannte, entgrenzte Afterhour-Momente oft zu hermetisch wirken, hat Samin sie aufgebrochen und seine treppenartigen Trademark-Grooves entwickelt, die an südamerikanische Tänze erinnern. Wiegende, schaukelnde Basslines sind stilbildend für seine Tracks. Samim liebt Übergangsfiguren, Breaks, sich entwickelnde Elemente, er ist ein Meister der elliptischen Form. Die Tracks sind immer im Übergang, immer in Bewegung, sie bleiben nie bei einer bestimmten Figur stehen. Samim ist es gelungen, den Grooves eine Variierbarkeit abzugewinnen, die weiteres Klangmaterial weitgehend überflüssig macht. Jeder dieser neun Tracks ist gelungen, obwohl sich keiner elementar von denen seiner Maxis unterschepopet. Es gibt kaum etwas, durch das sich die Stücke zum Album formen würden. Das ist aber auch nicht der Gestus dieser Musik: Man möchte in ihr verloren gehen – und sie wird einen nicht im Stich lassen.