Ihr superber Ritt quer durch elektronische Terrains auf dem Boogy Bytes Vol. 3-Mix ist kaum verarbeitet, da warten die beiden Berliner Strategen bereits mit dem Nachfolger zu ihrem geilen Erstling Hello Mum! auf. Dringend notwendig, denn besucht man ihr MySpace-Profil, dann sieht man, dass „Can’t wait!“ die durchgehende Ansage der Besucher ist. Soviel ist sicher: Niemand wird enttäuscht werden. Modeselektor stagnieren – auf allerhöchstem Niveau.

Doch neu: Die angehenden Väter haben ihren Wahnsinn in noch stringentere Stücke kanalisiert, gänzlich ausufernde Drill-Duschen einiger früherer Tracks bleiben aus. Umso besser: Herausgekommen sind jede Menge Hits. „Godspeed“, die Eröffnungsnummer, ist so einer. Als hätte man James Holden mit einem Dancehall-Riddim gekreuzt, fahren Modeselektor damit direkt groß auf. In der Folge werden bewährte Seilschaften mit TTC und Paul St. Hilaire gepflegt, dementsprechend klingen die gemeinsamen Tracks. „Sucker Pin“ und „Black Block“ übernehmen die Abteilung slammender Arpeggio-Techno, „Edgar“ und „The White Flash“ (ihre schöne Kollaboration mit ihrem Fan Thom Yorke) hingegen überzeugen mit ruhigeren Tönen im Breakbeat-Gewand. Dazu immer Bass satt, klar. Auch so ein Bassmonster: Ihre Scooter-Hommage „Hyper Hyper“ featuring Otto von Schirach. Damit haben sie die Lacher auf ihrer Seite, mit ihrem Coverartwork sowieso. Dazwischen kann man noch eine Menge aus Electro, HipHop, Dancehall und IDM zusammengelöteter Tracks entdecken, unter anderem verfeinert mit Gastauftritten von den Puppetmastaz, Siriusmo oder gar Maxïmo Park. Tolles Album, Glückwunsch.