Begeistert von der Möglichkeit, Sound auf diese Art räumlich visualisieren zu können, entwickelte das künstlerische Duo Evelina Domnitch und Dmitry Gelfand mit der Unterstützung verschiedener Forschungseinrichtungen eine Sonolumineszenz-Apparatur. Sonolumineszenz, ein wissenschaftlich noch nicht vollständig erschlossenes Phänomen, bezeichnet Lichteffekte in „ultraschallbeschickten“ Flüssigkeiten. Matmos, Alva Noto, COH, Asmus Tietchens und andere (seltsam, dass Ryoji Ikeda nicht dabei ist) lieferten Ultrasound-Kompositionen. In hörbare Frequenzen überführte Versionen dieser Stücke begleiten auf der DVD die abgefilmten korrespondierenden optischen Ereignisse. Ton: elektronische Geräuschmusik zwischen akademischer Abstraktion, gemäßigten Industrialschroffheiten und Ambientartigem, das von uneinlullend Hochfrequentigem durchsetzt ist. Bild: mal bläulicheres, mal weißeres Leuchten in dunkler Umgebung. Und was sehen Sie in diesen Tintenklecksen, pardon, Lichtbewegungen? Soundskulpturen? Synästhesie? Sternschnuppen? Ursuppengewitter? Naturwissenschaftliche Videokunst? Fröhliche Interdisziplinarität? Befreite Wissenschaft? Technik-Kitsch? Empiristische Esoterik? Oder Öffentlichkeitsarbeit für sonochemische Fakultäten?