Mit Asa Breed hat Matthew Dear ein Popalbum produziert: In jedem der dreizehn Tracks steht seine Stimme im Zentrum, keine Nummer ist länger als vier Minuten. Elektronische Künstler haben sich oft am Popsong versucht und sind daran oft gescheitert, und auch unser Titelheld Matthew Dear gibt sich die Blöße. Im Ganzen reicht die Aussagekraft seiner Vocals nicht an die seiner Musik heran. Dears Bariton hat nicht den Punch seiner Grooves: seine Stimme ist monoton und unvariabel, ihr mangelt es an Timing. In Verbindung mit den beschaulichen Texten haben die Vocals in Momenten etwas unfreiwillig Komisches. Während auf „Leave Luck To Heaven“ und „Backstroke“ eine Pointe darin lag, dass die Stimme in die komplexen Texturen der Grooves eingearbeitet war, steht sie jetzt völlig frei. Insgesamt hat Matthew Dear das Energielevel seiner Musik extrem runter gefahren. Trotzdem sind auf dem Album tolle Grooves und einzigartige Sounds zu hören. Dass einer der größten Techno-Helden der Gegenwart seine Mission in der Verbreitung lauer Indie-Befindlichkeiten erkennt, ist schon ein Schock.