Mit seinem vierten Album für das Scape-Label steuert Scott Monteith sein Projekt Deadbeat weg vom Ambient-Dub in Richtung Dancefloor beziehungsweise Dancehall. Die Grundstimmung bleibt dennoch düster. Mit „Lost Luggage“ liefert er gleich zu Anfang einen erstklassigen Gespenster-Dub-Track. Selbst die spärlichen Ethno-Elemente, die er in die dichte Produktion einarbeitet, klingen nicht nach sentimentalem Kitsch, sondern nach unwiederbringlichem Verlust. Hallbetonter Dub mit grabestiefem Bass und verstolpertem Rhythmus bestimmt denn auch einen Großteil des Geschehens auf „Journeyman’s Annual“. Daneben gibt es als Überraschung einige Gesangsnummern, die sich irgendwo zwischen Dubstep und Ragga bewegen. Ein für Deadbeat besonders ungewöhnlicher Titel ist „Gimme A Little Slack“, eine Kooperation mit dem Montrealer DJ Jah Cutta. Der staubtrocken-aggressive Riddim und pumpende Bass dieses Tracks wollen zusammen mit dem heiseren, leicht atemlosen Gesang so schnell nicht wieder aus dem Ohr. Sehr schön auch der Remix von Saul Williams’ „Black Stacey“, der nach verhalltem Intro plötzlich in Fahrt kommt. Der Beat macht sehr lebendig – und neugierig darauf, wie es weitergeht.