Das für alle Lebenszeiten mit Derrick May verbundene „Strings Of Life“ ist ja so etwas wie die Mona Lisa unter den Technotracks – ein unvergessliches Einzelstück, das Interpretation immer als Kopie eine Stufe tiefer stellen wird. Sebastien Devaud aka Agoria gibt auf seinem neuen Label Infiné dem jungen Pianisten Francesco Tristano trotzdem eine Chance, und zwei andere Remixe lassen erst recht hellhörig werden. Tristanos klassische Pianoversion ist sicherlich eine schöne Variation, kann dem Original aber nur wenig Neues abgewinnen. Auch Kikis Fassung kann in ihrer Länge von fast neun Minuten dem Original nur ein moderneres Rhythmuskleid mit gelungenem Vorspiel verpassen. Dafür schafft es die Fassung von Apparat tatsächlich, der omnipräsenten Klaviermelodie ein adäquates Gegenstück aus Störgeräuschen anzueignen. Da bleibt man verwirrt und trotzdem beglückt zurück. Ein großer Dank dafür!