Den Hamburger Klüngel um das Dial-Label und den Smallville-Plattenladen muss man einfach mögen. Die Platten von Efdemin, Pawel, Carsten Jost und dem Kolchosechef Lawrence plus Pseudonymen sind feinst gearbeitete elektronische Musik, die mal galanter und, verzeiht, intelligenter Techno, mal abstrahierte Housemusik sind und obendrein irgendwie politisch schmecken, fühlen und aussehen. Für den Spätsommer steht jetzt eine wahre Release-Offensive an. Dial 30 mit Efdemins „Bergwein“ macht den Anfang und wäre dabei ein schönes Anagramm für das Berliner Berghain. Efdemins Stück klingt dann auch ganz passend nach neuer Hamburger Schule mit Motor-City-Breitseite. Lawrence präsentiert auf der Kehrseite seinen verspielten und manischen Bogenstrich, während Michaela Meise und Sergeij Jensen mit „Secret Side“ einerseits Nico, andererseits Nick Cave huldigen. Weiter geht es mit „Deep Summer Hole“, das mit seinen drei wunderbaren und vielseitigen Stücken ganz und gar nicht im Sommerloch steckt. Deeper Techno jenseits von Klischees und Formelhaftigkeit. Pawel alias Turner ist schließlich laut Weißmuster „in Detroit verliebt und in Amsterdam. Toll.“ Dem kann man nichts hinzufügen. Drei Platten, die Geldbeutel erleichtern und Herzen bereichern.