Das fünffache „Yo“ im Albumtitel sagt es deutlich: Hier wird HipHop um einige Umdrehungen erweitert. Wie das klingt, hört man gleich im Opener-Track: Getragen von einer wuchtigen Basswelle, die unter einem zackigen 130 BPM Breakbeat repetiert, näselt MC Spankrock von einem „ass shaking comptetion champ“, während ihm wirre Casio-Sounds und Dub-Effekte dazwischenfunken. Was sich zunächst wie eine durchgeknallte U.S.-Interpretation von Grime anhört, entfaltet sich auf den weiteren Tracks als ein Feuerwerk von Musikkollisionen, in denen Miami Bass, Westcoast-Psychedelia, Prince, 80s Rap und New Wave fröhlich explodieren. Dass DJ XXXChange bei der Produkion von YoYoYoYoYo unmöglich das Handbuch der HipHop-Konventionen in den Händen gehalten hat, dürfte bei diesem Spektakel schnell offensichtlich sein. Als einzige deutliche HipHop-Referenz fungiert der entspannte, gelegentlich an Q-Tip erinnernde Flow von MC Spankrock, der frei von Bling Bling und Gangstergehabe über Pobacken, Rick Rubin und Softdrinks reimt. Alles andere ist ein herrlicher funky Wahnsinn, der zeigt, dass Block-Party-Feeling und künstlerische Innovation durchaus kompatible Faktoren sind. Die Attitüde, die sich darin wiederspiegelt, dürfte mit dem Standort Spankrocks in Baltimore zusammenhängen, eine Stadt, die sich in letzter Zeit neben Philadelphia (wo u.a. die Hollertronix-Sessions mit Diplo und Low Budget starteten), als großes Partymekka und fruchtbares Musikbiotop im Schatten New Yorks einen Namen gemacht hat. Einziger Einwand bei aller Freshness: Obwohl das Album nur 42 Minuten lang ist, kommt man spätestens nach der Hälfte der Spielzeit an den Punkt, wo man den CD-Player kurz anhalten muss, um zu verschnaufen – ein Effekt, den man vielleicht noch von Drum’ n’Bass-Künstleralben kennt. Ein, zwei Instrumentals hätten dem Album sicher nicht geschadet, auch vermisst wir die grandiose Debüt-Single Spank Pocks, die Grime-Ode „Speeedituppussy“. Doch abgesehen davon ist YoYoYoYoYo auf alle Fälle ein Album, das vieles durcheinanderwirbelt und wieder neue Lust macht auf, na klar, HipHop.